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Runentanz – Alanas Geburtstag 1. Kapitel

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Runentanz
Hoffnung für Asgard

Alanas Geburtstag

Ein kleiner Sonnenstrahl tanzte frech auf Alanas Nase, kitzelte sie sanft und schaffte es, dass sie endlich die Augen aufschlug und wach wurde. Sie gähnte herzhaft und streckte sich nach allen Seiten in ihrem gemütlichen Bett aus. Die Morgensonne lachte golden zum halboffenen Fenster herein und versprach einen herrlichen Frühlingstag.

Alana warf ihre Kissen zur Seite und sprang mit einem Satz aus dem Bett. Sie lief zu ihrem Schreibtisch, riss das oberste Blatt ihres Rabenkalenders ab und warf es in den Papierkorb. Dann starrte sie auf das neue Blatt und lächelte. Samstag, der 24. April. Das Datum war in rosa Leuchtfarbe dick umrandet. Heute war ihr 16. Geburtstag. Alana freute sich riesig auf ihre bevorstehende Feier.

Mal sehen, was ich heute so alles geschenkt bekomme. Hoffentlich recht viel von meiner Wunschliste. Wobei, wenn ich an Omi denke, die kommt sicher wieder mit irgendwelchen nutzlosen Staubfängern daher, wie schon all die Jahre zuvor. Wertloser Kram, der sowieso irgendwann im Müll landet.

In dem Moment hörte sie leises Getrappel und Getuschel auf der Treppe.

Schnell hüpfte sie wieder in ihr Bett und zog die Decke über den Kopf.

Schwungvoll wurde die Tür zu ihrem Dachzimmer aufgestoßen, und ein dreistimmiges „Happy Birthday to you“ ertönte in etwas schrägen Tönen.

„Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz. Auf dass du stets gesund bleibst und in der Schule immer gute Noten schreibst. Lass dich drücken, mein Mäuschen.“ Überschwänglich zog Leona Roth ihre Tochter an sich und bedeckte ihr Gesicht mit unzähligen Küssen.

Sogleich drängelte sich ein kleiner Blondschopf dazwischen. „Alles Liebe zum Geburtstag, Lana“, rief Alanas Schwester Marita fröhlich. „Mein Schnubbelwubbel möchte dir auch gratulieren“, sagte sie und drückte Alana ihr allerliebstes Hasenschmusetuch ins Gesicht.

Dann zog sie ein flaches Päckchen hervor. „Den habe ich extra für dich gemacht“, betonte die Sechsjährige stolz, als Alana einen bunten, selbstgebastelten Papierschmetterling in die Höhe hielt.

„Der ist aber ganz besonders schön geworden. Vielen Dank, Süße!“ Alana gab ihrer kleinen Schwester liebevoll einen dicken Kuss auf die Wange.

Als Letzter umarmte Oliver Roth seine ältere Tochter, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und überreichte ihr ein großes Geschenk.

Vorsichtig löste Alana die gelbe Seidenschleife und riss das Geschenkpapier auf.

Drei Augenpaare verfolgten gespannt Alanas Gesichtsausdruck, als sie erfreut ausrief: „Wow, eine neue Digitalkamera!“

Es waren auch noch ein Akku, zwei Speicherkarten, Ladekabel und eine schicke, schwarze Fototasche mit dabei.

Alana war glücklich. Die Kamera hatte sie sich schon lange gewünscht. Jetzt konnte sie endlich Fotos in guter Qualität machen und musste sich vor allem bei Nachtaufnahmen nicht immer über die unscharfen Bilder ihres Handys ärgern.

Im Esszimmer stand bereits ein schokoladenüberzogener Marmorkuchen mit sechzehn brennenden Kerzen auf dem Frühstückstisch. Mit voller Puste schaffte Alana es, alle Kerzen auf einmal auszublasen. Marita klatschte vor Begeisterung in ihre Händchen.

Alana ließ sich ihren Geburtstagskuchen gut schmecken und ging die Post durch.

Mal sehen, wer alles an meinen Geburtstag gedacht und mir geschrieben hat.

Eine Karte kam von Tante Beate und ihrer Familie. Tante Beate war eine treue Briefeschreiberin und bedachte immer alle Familienangehörigen mit einer Geburtstagskarte. Zudem verschickte sie auch zu Weihnachten stets zuverlässig ihre Grüße.

Die nächste Karte kam von ihrer Lieblingscousine Paula aus Detmold:

„Willkommen im Club der Sechzehnjährigen! Noch zwei Jahre bis zur großen Freiheit! Genieße die Zeit bis dahin, tu nichts, was ich nicht auch tun würde und komm mich bald mal wieder besuchen! Gruß und Kuss, Deine Paula!“

Über diese Karte freute sich Alana besonders.

Schade, dass Paula so weit weg wohnt. Es wäre so cool, wenn wir uns öfters sehen könnten. Vielleicht kommt sie ja zu Maritas Einschulung im Herbst. Das wäre echt schön.

Außer den beiden Karten von Tante Beate und Paula war nur noch eine Klappkarte von Großtante Ruth unter dem Stapel der Rechnungen und Reklame. Großtante Ruth schrieb jedes Jahr immer dasselbe zum Geburtstag:

„Liebe Alana, alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag, viel Glück und Gesundheit sowie Gottes Segen wünscht Dir Deine Großtante Ruth.“

Und wie jedes Jahr lag der Karte der obligatorische Zehn-Euro-Schein bei. Alana lächelte. Manche Dinge änderten sich eben nie. Und auf merkwürdige Weise war es sogar ein tröstliches Gefühl.

Alana stand auf und legte ihre Geburtstagspost auf ihren Gabentisch im Wohnzimmer.

Dann nahm sie ihr Handy, um nachzuprüfen, wer ihr heute Morgen alles schon Geburtstagsgrüße geschrieben hatte. Ihre beste Freundin Eileen Seeger hatte bereits an sie gedacht. Ebenso wie Svenja Bergmann und viele andere Freunde.

Auch im Netz auf Facebook hatten viele ihrer unzähligen „Freunde“ dort an sie gedacht und ihre Glückwünsche gepostet, auch wenn Alana nur eine verlesene Handvoll dieser angeblichen Freunde persönlich kannte. Wenn es nach ihren Eltern ginge, hätte sich Alana schon längst bei Facebook abmelden müssen. Denn es waren schon manche Tränen geflossen, weil irgendein Idiot auf dieser Plattform irgendwelche Unwahrheiten verbreitet hatte. Aber die Realität sah nun einmal so aus, dass der Nachweis von jeder Menge Freunden auf Facebook, einen in der Schule angesehen und beliebt machte.

„Alana“, rief ihre Mutter unvermittelt aus der Küche, „würdest du noch schnell mit Lara eine Runde gehen? Papa muss Getränke holen, und ich sollte hier noch aufräumen und alles für die Feier vorbereiten.“

„Ja, mach ich Mama“, antwortete Alana und legte das Handy beiseite.

Lara war der Familienhund. Ein achtjähriger Schäfer-Husky-Mischling und eine Seele von einem Hund. Lara hatte eine weißgetupfte Schwanzspitze und im Winter ein so dichtes Fell, das am Hals aussah wie ein Pelzkragen und ihr eine elegante Note verlieh. Dann glich sie wirklich einer feinen Hundedame.

Alana flitzte nach oben ins Badezimmer, wusch ihre langen, blonden Haare und putzte sich die Zähne. Nachdem sie die Haare geföhnt hatte, erhielt ihre gute Laune mit einem Blick in den Spiegel allerdings einen kleinen Dämpfer: Genau neben der Nase prangte ein dicker Pickel!

So ein Mist! Und das ausgerechnet heute, wo ich doch gut aussehen wollte!

Im Gegensatz zu vielen ihrer Freundinnen war sie leider immer wieder mit Hautunreinheiten geplagt. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, war ihre Figur nur bis zur Taille perfekt. Danach folgten ein breiter Po und dicke Oberschenkel. Deshalb war Alana zwischenzeitlich Meisterin im Kaschieren geworden, um von dieser körperlichen Schwachstelle abzulenken. Weite Röcke und enge Oberteile täuschten eine Modelfigur vor. Auffälliger Modeschmuck, den sie sich oft bei ihrer Mutter auslieh, lenkte ebenfalls von ihren Unzulänglichkeiten ab. Auf den Pickel tupfte sie daher ein entzündungshemmendes Gel und deckte nach dem Eincremen das gesamte Gesicht mit Abdeckcreme ab. Ein Hauch von Rouge täuschte rote Wangen vor und zauberte eine gesunde Frische ins Gesicht. Ein wenig Wimperntusche und Lipgloss vervollständigten ihr Make-up. Der Pickel war zwar nicht komplett unter der Schminke verschwunden, aber immerhin nicht mehr ganz so offensichtlich wie zuvor. Alana seufzte.

Was würde ich nicht alles für eine reine und makellose Haut geben, so wie die Topmodels und Schauspielerinnen sie haben. Oder wie die Heldinnen in den großen Romanen. Die haben weder Haut- noch Figurprobleme, haben selten Hunger und müssen im spannendsten Moment auch nie auf die Toilette. Das sind perfekte Superheldinnen, die sich ganz auf ihre große Liebe konzentrieren können. Ich hingegen muss mich mit alltäglichen Dingen herumschlagen. Zum Beispiel mit der Frage, was ich heute für meinen großen Tag anziehen soll.

Sie lief in ihr Zimmer und wühlte in ihrem Kleiderschrank. Angesichts der milden Temperaturen entschied sie sich für ihre neue pinkfarbene Chino mit weißem Spitzen-T-Shirt, weißem Gürtel und silberner Kette mit rosa Federn dran. Sie liebte ausgefallenen Modeschmuck. Dafür ging so manches Mal ihr gesamtes Taschengeld drauf. Als sie endlich fertig angezogen war, musterte sie sich nochmals kritisch im Spiegel und war mit ihrem Anblick zufrieden. Sie fand, dass sie wirklich hübsch aussah. Na, dann konnte die Feier beginnen. Sie war gerüstet!

Auf dem Weg nach unten machte sie noch einen kurzen Zwischenstopp im Bad, sprühte sich kräftig mit Mamas teuerstem Parfum ein und ging dann ein Liedchen trällernd die Treppe hinunter. Im Flur zog sie ihre weißen Turnschuhe an, die zwar vom Stil her nicht zu ihrem Outfit passten, aber bestens geeignet waren, um mit dem Hund Gassi zu gehen.

Draußen vor der Garage hüpfte Lara bereits aufgeregt bellend hin und her. Alana holte ihr Fahrrad, steckte ein paar Leckerlis ein und nahm den Hund an die Leine.

In gemächlichem Tempo fuhr Alana los, und Lara folgte brav an ihrer linken Seite. Sie verließ das Neubaugebiet „Im Strängel“, wo ihre Eltern vor Jahren ein Einfamilienhaus gebaut hatten und fuhr in den Ort hinein. Mittelstadt war seit 1975 ein Stadtteil der Kreisstadt Reutlingen und lag direkt am rechten Ufer des Neckars, der sich malerisch an das Dorf schmiegte. Dominiert wurde die idyllische Postkartenansicht des Ortes von der evangelischen Martinskirche, die wie ein Sahnehäubchen auf einer Torte oben am Hang thronte, sowie von der alten Klostermühle, am Neckarufer gelegen, die in einem stattlichen Fachwerkhaus ein Hotel mit Gaststätte beherbergte. Von Mittelstadt aus war man in kurzer Zeit in Tübingen oder in Stuttgart. Perfekt für alle Studenten, die in einer der beiden Städte studierten und daheim wohnen bleiben konnten. Das sparte jede Menge Geld. Und in der Beziehung ist der Schwabe bekanntlich knauserig wie der Schotte. Zumindest zog Paula ihre Cousine immer damit auf, was Alana ziemlich ärgerte. Denn sie selbst war alles andere als geizig. Aber mit dem Klischee des sparsamen Schwaben musste sie wohl leben, wenn sie bei Paula in Nordrhein-Westfalen zu Besuch war.

Alana durchquerte das Gewerbegebiet Lachenhau und fuhr auf dem Feldweg am Erdbeerfeld vorbei Richtung Wasenhäusle. Dort nahm sie Lara von der Leine und ließ den Hund frei springen.

Die Frühlingssonne wärmte das Land bereits mit kräftigen Strahlen, und die Pflanzen standen überall in schönster Blüte. Die Fichten am Waldesrand streckten ihre Wipfel gen Himmel, um mit jedem Zweig und jeder Nadel einen der kostbaren Sonnenstrahlen einzufangen. Ein lieblicher Duft lag in der Luft, von dem die ersten Insekten magisch angezogen wurden und die tollkühnsten Loopings drehten.

Während Lara durch die grünen Wiesen tollte und zwischendurch ihr Geschäft verrichtete, lehnte sich Alana gegen ihren Fahrradlenker. Sie schloss die Augen und wandte ihr Gesicht der Sonne zu. Sie genoss die Wärme in vollen Zügen

Plötzlich fing Lara laut an zu bellen.

Alana riss ihre Augen auf und sah, wie Lara einem Dachs hinterherjagte.

„Lara! Aus!“, schrie sie. „Hierher!“

Doch der Hund hörte nicht auf sie und folgte bellend dem Dachs in den Wald.

So ein Mist aber auch! Das Letzte auf das ich jetzt Bock habe, ist dem Hund in den Wald zu folgen und mir dabei meine neue Hose schmutzig zu machen. Dann hätte ich für heute Nachmittag nichts zum Anziehen. Das geht auf gar keinen Fall!

Sie rief noch ein paar Mal laut nach dem Hund, aber Lara ließ sich nirgends blicken.

Alana stellte ihr Rad ab und lief am Waldrand auf und ab. Irgendwann musste der Hund doch wieder herauskommen. Lara war noch nie abgehauen. Und würde es hoffentlich auch dieses Mal nicht tun.

Alana wartete. Immer wieder rief sie Laras Namen und wurde langsam nervös.

Ob sie den Dachs wohl erwischt hat? Würde sie ihn totbeißen?

So etwas wollte sich Alana lieber nicht so genau vorstellen.

Plötzlich hörte sie ein leises Jaulen. Hinkend schlich Lara aus dem dichten Gehölz und trug irgendetwas Undefinierbares im Maul.

„Oh Lara, was ist denn passiert? Hast du mit dem Dachs gekämpft?“

Der Hund legte sich vor Alana nieder, warf seine Beute hin und winselte jämmerlich. Der rechte Vorderlauf blutete. Vermutlich eine Bisswunde.

Zum Glück hatte Alana Papiertaschentücher dabei. Die waren zwar nicht optimal, hielten aber wenigstens für kurze Zeit das Blut zurück. Damit verband Alana die Wunde notdürftig.

Dabei fiel ihr Blick auf Laras Beute. Das war gar kein Tier, wie sie zuerst vermutet hatte. Vor ihr lag ein Armreif.

Sie griff danach und rieb ihn mit dem letzten Papiertaschentuch sauber.

Der Reif war schwer, etwa zwei Zentimeter breit und schwarz angelaufen. Vermutlich war er aus Silber. Vorsichtig legte Alana den Armreif an. Und siehe da: Er passte wie angegossen! Als wäre er eigens für sie gemacht worden. Doch kaum war das Schmuckstück an ihrem Handgelenk, durchströmte eine prickelnde Wärme ihren ganzen Körper, die sich bis zu den Finger- und Zehenspitzen ausbreitete. Alana war es, als ob sie einen Adrenalinstoß bekäme.

Der Hund zu ihren Füßen winselte erneut. Das Blut der Wunde hatte die Papiertaschentücher inzwischen komplett durchtränkt. Mit tröstenden Worten versuchte Alana, den Hund zu beruhigen. Dann stand sie auf und durchstreifte auf unerklärliche Weise wie unter einem inneren Zwang die Wiese am Waldrand auf der Suche nach bestimmten Heilkräutern. Sie wurde rasch fündig und pflückte ohne groß nachzudenken eine krautige Pflanze mit gestielten Laubblättern sowie eiförmige und spitze Blätter von zwei weiteren Pflanzen.

 

Unweit regte sich etwas im dunklen Wald. Ein Windstoß fegte die toten Blätter vom Waldboden. Die Erde zitterte leicht an dieser Stelle. Etwas erwachte aus seinem jahrhundertelangen Schlaf tief unter der Erde. Reckte und streckte sich. Fing an zu atmen. Begann zu leben. Eine Kraft aus uralter Zeit drängte mit Beharrlichkeit nach oben. Endlich frei! Vorkommnisse aus vergangenen Zeiten, die zur Legende geworden waren, wurden erneut geboren. Worte einer längst vergessenen Sprache trug der Wind wie eine Erinnerung mit sich fort. Er brachte die Kunde zu einer anderen Zeit an einen anderen Ort. Eine Kunde voller Hoffnung …

 

Als Alana genug Kräuter gesammelt hatte, nahm sie ihr Fahrrad, redete Lara gut zu und versuchte, beim Laufen ihr Tempo dem Humpeln des Hundes anzupassen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren sie endlich zu Hause. Ihr Vater war unterwegs und die Mutter im Haus beschäftigt. Marita war in ihrem Zimmer und hörte in voller Lautstärke ein Hörspiel. Alana schlüpfte ins Haus und holte aus der Küche heimlich einen Mörser. Im Keller fand sie den Erste-Hilfe-Koffer und ging dann zu Lara, die völlig erschöpft vor ihrer Hundehütte lag.

Alana entfernte die besudelten Papiertaschentücher und reinigte die Wunde. Mit dem Mörser zermahlte sie die Blätter der Heilpflanzen und befeuchtete sie, so dass es einen festen Blätterbrei ergab. Diesen strich sie dem Hund vorsichtig auf die Wunde und verband sie anschließend. Nun konnte der Brei gut einwirken und seine heilende Wirkung entfalten. Instinktiv wusste sie, dass die Pflanzenblätter antiseptisch waren und damit entzündungshemmend und blutreinigend wirkten. Zudem würde der Brei Laras Schmerzen lindern.

Alana schloss den Koffer wieder und stellte dem Hund noch eine Schüssel mit frischem Wasser hin. Nachdem sie alles aufgeräumt hatte, ging sie ins Bad, wusch sich die Hände und hielt dabei auch den Armreif unters Wasser. Dann ging sie in ihr Zimmer und holte ein Silberputztuch aus dem Schrank. Damit polierte sie den Armreif solange, bis er glänzend vor ihr lag.

Das Schmuckstück zog sie sofort in seinen Bann. Es hatte die Form einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz biss. Der Körper der Schlange war zudem mit kunstvollen Ornamenten verziert.

Versonnen betrachtete sie das Schmuckstück an ihrem Handgelenk. Es schien, als würden die Ornamente ineinanderfließen, immer dann, wenn sie den Arm bewegte.

Ob der Armreif wohl sehr alt ist? Vielleicht sogar aus vorchristlicher Zeit?

Alana wusste nämlich, dass in dem Waldstück, in welches Lara dem Dachs gefolgt war, der Dachsbühl lag, welcher auch „Fuchsberg“ genannt wurde. Der Dachsbühl war mit einem Durchmesser von mehr als dreißig Metern und einer Höhe von etwa zwei Metern der größte vorchristliche Grabhügel in der Gegend. Die Forschung ging davon aus, dass der Hügel etwa im 6. Jahrhundert vor Christus während der frühkeltischen Hallstattzeit für einen hochgestellten Verstorbenen angelegt wurde. Sollte der Armreif aus diesem Grabhügel stammen, dann musste er sehr, sehr alt sein und sicher auch überaus wertvoll.

Eigentlich müsste sie diesen Fund auf dem Rathaus melden und den Armreif abgeben. Vielleicht würde sie einen Finderlohn dafür bekommen. Aber heute am Samstag hatte das Rathaus geschlossen. Sie musste also bis Montag warten. Solange konnte sie den Armreif auf jeden Fall behalten. Vom Aussehen her konnte das Schmuckstück genauso gut aus einem Modeschmuckgeschäft stammen. Dort gab es nachgemachten Keltenschmuck in allen Variationen. Und nichts Anderes würde Alana behaupten, sollte sie jemand auf ihren auffälligen Schmuck ansprechen.

 

 

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